Verschwörungssonntag (I): Warum wir an den Weltuntergang glauben

Ich möchte eine neue Reihe starten und bis zum 21.12.2012 (Das ist ein Freitag) jeden Sonntag eine Verschwörungstheorie zeigen, die sich auf den drohenden Weltuntergang beziehungsweise unsere Entrückung oder auch nur den Massentransport der wahren Gläubigen zur galaktischen Föderation beziehen. dabei geht es mir weniger um die wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas, die kann man getrost im Scienceblog nachlesen, sondern mehr darum, was Menschen eigentlich dazu bewegt so etwas zu glauben und notfalls auch Fakten auszulassen, warum sie sich von Fakten auch nicht beirren lassen.
Insgesamt freue ich mich also auf etwa 34 Artikel, die ich vielleicht auch mal in eine Seite umbauen werde, falls ich Lust dazu habe.

Damit die Zahlenmystiker nicht zu kurz kommen gleich mal am Anfang ein kleiner Hinweis: Dieser Artikel erschien am 22.4.2012, also in der 16. Kalenderwoche. Der letzte wird planmäßig am 16.12.2012 erscheinen in der 50. Kalenderwoche. Zweimal 16 also! Sogar Dreimal, denn angefangen habe ich ihn am 20.4. und 20-4=16. Was könnte diese 16 bedeuten? Es geht sogar noch weiter: die 34 Artikel von der 50. Kalenderwoche abgezogen ist auch 16, mein Vater hat an einem 16. Geburtstag und 16 hat bekanntlich die Quersumme 7. Außerdem sind 16, 12 und 2012 durch 4 teilbar und 4 ist die Quadratwurzel von 16 und selbst das Quadrat der kleinsten Primzahl! Na, klingelt’s?

1. Vom Untergang der Menschheit, meinem Dritten nun.
Das Thema Weltuntergang ist nun wirklich nichts besonders neue. Die meisten Leser werden sich an die in Hysterie umschwappende Panikmache erinnern, die 1998 und 1999 umhergeisterte, weil das Jahr 2000 kommt und damit die technisierte Welt untergehen wird. Ein Computervirus wird die Welt lahmlegen. Gestützt wurde das durch das tatsächliche Vorhandensein des Jahr-2000-Problems, eine simple Geschichte die durch Sparsamkeit beim Speicherbau entstanden war und Jahreszahlen für Computer schlicht 2-stellig machte. Wissenschaftler boten krude Hilfen an und die Medien schürten aus Begriffen, die kaum einer versteht (Flash-Speicher: Blitz und Donner in den Kornreserven), wunderbare Szenarien zusammen: Explodierende Kernkraftwerke, durchdrehende Ampelsysteme, Zusammenbruch der weltweiten Kommunikation, Krieg und Zerstörung und letztlich die Apocalypse.

Fand nicht statt. Die enttäuschten Propheten mußten allerdings nicht lange warten, die Katastrophe trat ja dann doch ein, am 11.9.2001. Die Zahl der Verschwörungstheorien dazu sind geradezu unglaublich. Die Welt steht immer noch. Jetzt also ist es 2012, „das Ende des Maya-Kalenders“. Was es, ganz eindeutig, nicht ist.

2. Vom ewigen Untergang der Menschheit
Einer der ältesten und bekanntesten Texte über den Untergang der Menschheit ist die Apokalypse bzw. Offenbarung des Johannes in der Bibel, so eine Art Anhang zum neuen Testament. Sie entstand irgendwann zwischen 68 und 95 nach Christus, vielleicht auch ein wenig später. Darin berichtet der mögliche Autor in 7 Briefen an christliche Gemeinden im Untergrund von der Wiederherstellung des Reiches Gottes durch eine massive Bestrafung aller Ungläubigen und Nichtbekehrten, sowie durch die Vernichtung der bis dahin als Lebensraum des Menschen anerkannten Welt. Wer möchte soll das ruhig selbst mal in Ruhe nachlesen.

Besonders die Evangelikalen Christen stehen auf Weltuntergangsszenarien – nicht gerade wenige in den USA folgen Erweckungsbewegungen die sie ganz aktiv auf den Endkampf vorbereiten wollen. Mittlerweile gibt es diese Bewegungen auch bei uns und sie werden stärker.

http://video.google.com/googleplayer.swf?docid=-7900195508503040886&hl=de&fs=true

Die Fundamentalchristen sind nicht ungefährlich. Nicht nur, daß sie den Geist der Aufklärung und Wissenschaft streng verneinen, sie glauben wirklich daß es bald zu einem Endkampf kommen wird bei dem Gott die Menschheit befreien – also christlich machen-  wird. Sie freuen sich regelrecht darauf und das macht sie gefährlich – solche Kriegsbegeisterung hatten wir in Europa 1914 auch mal. Und der Ruf „Gott will es!“ ist auch nicht gerade neu. Falls Sie eine Stunde Zeit haben empfehle ich sehr diese Doku:

Doch warum freuen sich die Menschen so über diese Rückkehr ins Mittelalter?

3. Die Welt ist unübersichtlich und Antworten fehlen
Nicht wenige Menschen fühlen sich von der heutigen Welt überfordert. Ich zum Beispiel auch. Es gibt so viele Informationen von so vielen Welten und so viel was über den Menschen hereinbricht, daß er sich letztendlich mit einer Welt konfrontiert sieht, die er nicht mehr versteht. Und hier kommt die Parallele zum Mittelalter: Auch damals haben die Menschen ihre Welt nicht verstanden. Mit der Aufklärung und vor allem der zunehmenden technischen Entwicklung vor allem auf dem Gebiet der Kommunikations-  und Informationstechnologie von der Zeitung über das Radio bis hin zum Fernsehen vermittelte immer mehr Wissen und filterte es trotzdem so weit, daß der normale Mensch noch mitkam.

Das ist heute anders, und zwar ganz erheblich. Die Informationsmasse wird nicht gefiltert, was natürlich für gewisse Eliten auch praktisch ist weil der Unsinn, den Eliten anstellen, so in der Flut von Informationsmüll untergeht. Manche versuchen, selbst zu filtern und machen das zu ihrem Beruf oder ihrer Berufung – Blogger, Journalisten, Suchmaschinen – aber im großen und ganzen beherrschen nach wie vor die Schlagzeilen die Welt und deren Masse ist einfach unübersichtlich geworden. Noch haben Medien große Macht, aber letztendlich basiert ihr Einfluß auf Angst und Panikmache.

Erklärungen liefern sie nicht mehr. Zeitungen und Radiosender, ebensowenig wie große Zeitschriften oder Fernsehsender haben noch wirklich das Geld, eine echte Recherche zu bezahlen. Die Vorstellung, daß ein Journalist so wie in den 60er Jahren, für sechs Monate für eine Reportage nach XY geschickt wird bei der im schlimmsten Fall auch mal nichts, oder nur ein Reisebericht rauskommt, ist heutzutage praktisch absurd. Man hat ja vor Ort auch immer die Agenturjournalisten – und die entscheiden nun darüber, was tatsächlich berichtet wird und oft genug auch, wie etwas berichtet wird.

Das Ganze kommt einem nicht nur manchmal fast choreographiert vor, gesteuert. So als ob eine große Masse durch eine kleine Gruppe gesteuert werden soll. Und in der Angst davor ziehen sich viele zurück und suchen nach Antworten. Und bei all der Flut ist nichts einfacher als jemand, der einfache Antworten bietet. Eine Lösung. Eine Erlösung.

Die Menschen im Mittelalter glaubten an die „Vier Reiche Theorie“ die ja aus der Bibel hervorgeht. Der einzige Grund, warum sich der Deutsche König seit Karl dem Großen (der zugegebener maßen eher ein Fränkischer, denn ein Deutscher König war) zum Kaiser in Rom haben krönen lassen war der, daß die Menschen Angst hatten, daß das römische das vierte Reich gewesen ist, von dem die Bibel spricht. Man hat im Mittelalter gedacht, mit den vier Reichen seien Ägypten, Babylon, Griechenland und Rom gemeint gewesen. Dadurch daß der deutsche König das römische Reich als Kaiserreich weitertrug (Lassen wir mal Byzanz beiseite – hier geht es um Glauben, nicht um Fakten) blieben die Menschen vor dem ihnen sehr real erscheinenden Weltenende verschont. Die Menschen glaubten, daß die Welt bald untergehen müsse – einer der Gründe, warum die Zeit des Interregnums so spannend ist.

Und der Unterschied zu heute ist…?

Genau. Lesen Sie doch mal hier und hier nach für wann wer so den Untergang der Welt vorhergesagt hat.

Die Lösung kann letztlich nur darin bestehen, daß die Menschen sich endlich von dieser fanatischen Religiosität löst.  Wir müssen aus dem Mittelalter endlich heraustreten. Uns droht nämlich nur eine Apokalypse: Die der Wahnsinnigen, die in letzter Zeit alle Macht daran setzen, an die Knöpfe zu kommen.

Weitere Videos zum Thema Evangelikale:





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5 Gedanken zu „Verschwörungssonntag (I): Warum wir an den Weltuntergang glauben

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