Manchmal ist es zum Lachen

Normalerweise schreibe ich ja nicht über das Blatt. Aber diesmal konnte ich es mir nicht verkneifen. Es gibt wohl kaum ein anderes Medium, welches sich derart penetrant mit dem Schüren von Ängsten bei Eltern beschäftigt, wie das Springer-Vorzeigeprodukt.

Bild und Facebook: Das ist eine Hassliebe, ähnlich wie generell das ganze böse Internet und die Bildzeitung als Verfechter der guten Sache. Man betrachte mal kurz folgende Schlagzeilen:

  • Facebook-Party auf Sylt eskaliert (21.5.2013)
  • Jugendlicher feiert Geburtstag: Randale bei Facebook-Party (31.3.2013)
  • Haus nach «Facebook»-Party verwüstet (11.2.2013)
  • Facebook-Party kostet 218 000 Euro (9.2.2013)
  • Trotz Warnungen! Jugendliche verwüsten Haus bei Facebook-Party (12.12.2012)
  • Erlangen verbietet Facebook-Party
  • Randale verhindert! Dresdner Polizei löst Facebook-Party auf

Insgesamt 150 Treffer bietet alleine der Begriff „Facebook-Party“ bei Bild.de. Was ein Zufall. Besonders das Verbot der vermeintlichen Krawall-Party (auch wieder so ein Begriff!) in Dresden liefert zig Artikel. Das machen natürlich auch andere unseriöse und seriösere Medien ganz gern. Je nach Kundschaft kann auch das Besäufnis von 60 Personen schon mal als „Facebook-Party“ gelten, auch wenn man das grad in Bayern sonst Volksfest nennt.

Der MDR brachte gestern, am 27.5., eine Meldung über „geschockte Eltern“. Sowas ist natürlich noch nie dagewesen, die 60er und 70er Jahre sind für das vorbildliche Verhalten ihrer Jugend ja schon öfter ausgezeichnet worden. Das sind heute oftmals dann die „geschockten Eltern“, aber wir wollen ja nicht nachtragend sein. Das werden wir lieber dann, wenn diese Generation, die uns ja immer erzählt hat, daß man vom fremden Mann keine Schokolade nehmen darf, auf eine Kaffeefahrt mitfahren…

Soweit so langweilig. Wo wollte ich eigentlich hin? Ach ja, die Aufbereitung bei Bild. Die funktioniert so:

Überschrift: Drama und entsetzen!

Überschrift: Drama und Entsetzen!

Unterschrift: Auch schon dabei?

Unterschrift: Auch schon dabei?

😉

Was mich eigentlich so fasziniert ist, daß es dieser „Zeitung“ gelingt, den Lesern den Link zu verkaufen, derartiges hätte es noch nie gegeben und sei letztendlich die Schuld von diesem neumodischen Facebook. Das dann mit Facebook-Werbung zu kombinieren ist eben lustig…

P.S.: Weils mir grad erst jetzt aufgefallen ist: Im Folgeartikel ist natürlich auch eine Klickstrecke mit schrecklichen Bildern zu sehen. Und die 15-Jährige (!), die dazu eingeladen hatte. Unverpixelt. Es lebe der Pranger.

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Ein Gedanke zu „Manchmal ist es zum Lachen

  1. Seitdem sind lediglich der Nutzername und das Profilbild immer für andere Facebook-Nutzer sichtbar, sämtliche anderen Informationen können über die Privatsphären- oder Profileinstellungen auf nicht-öffentlich gestellt werden. Die Internet-weite Auffindbarkeit, z. B. durch Suchmaschinen („Öffentliche Suche“), kann für sämtliche Informationen ausgestellt werden. Gegenwärtig können einige Daten so geschützt werden, dass sie für niemanden, nur für Freunde oder für Freunde von Freunden sichtbar sind. Umgekehrt können sich Nutzer auch Veränderungen anzeigen lassen, die befreundete Nutzer vorgenommen haben.

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