Lieblingsspiel – Imperium Galactica

Lieblingsspiel – Imperium Galactica

Im Bereich Strategiespiele kann man eine Reihe von Varianten unterscheiden – näheres dazu habe ich im Artikel Strategiespiele geschrieben. Imperium Galactica ist ein globales Echtzeitstrategiespiel, das in ferner Zukunft spielt und dem Spieler die Aufgabe stellt, eine Galaxis zu erobern – oder auch nicht.

Worum es geht:
In ferner Zukunft ist der Spieler ein einfacher Lieutenant, der das Kommando über einen Zerstörer der Erdstreitkräfte innehat. Die Zerstörer sind die kleinsten Schiffe abgesehen von den Raumjägern. Der Spieler verwaltet drei Kolonien und verteidigt sie gegen Piraten und andere Probleme, während er sie immer weiter entwickelt und ausbaut. Nach und nach steigt man im Rang auf, erhält das Kommando über größere und bessere Schiffe, wird in die Lage versetzt, Schiffe, Bodeneinheiten und Raumstationen zu bauen, sorgt für Forschung, Entwicklung und Ausrüstung neuer Schiffe und erfährt nebenbei noch etwas über seine Spielfigur – Dante.

Ein großes Universum
Das phantastische an Imperium Galactica ist die Kombination von Aufbaustrategie, Militärsimulation, Abenteuerspiel und diplomatischer Interaktion. Verwaltet man zu Beginn drei Planeten (und lernt das Spiel so kennen) sind es später bis zu 80 Stück. In wie weit man Schiffe erforschen und konstruieren kann, um die eigene Flotte zu vergrößern hängt von den Steuereinnahmen ab und die wiederum davon, wie gut man sich um seine Kolonien kümmert. Nur gut prosperierende Kolonien wachsen, steigen in der Bevölkerungszahl und steigern damit das eigene Budget.
Es gibt sechs Planetenformen: Erdähnlich, Eisplanet, Wüstenplanet, Felsenplanet, Wasserplanet und Ectoplasmaumgebung. Unbewohnte Planeten können kolonisiert, bewohnte können erobert werden. Der Ausbau der Kolonien gestaltet sich dahingehend schwierig, daß der verfügbare Platz durch Geländeform und die kleine Karte arg begrenzt ist – das sorgt dafür, daß der Ausbau einer Kolonie ein wenig Planung und mitdenken erfordert, schließlich müssen sich Wohnraum, Nahrungsmittelversorgung, Energieversorgung, Krankenhäuser, Polizeigebäude, Handelsposten, Forschungslabore und Produktionsstätten den Platz mit der Planetenverteidigung und den Erholungsstätten teilen.

Forschung und Entwicklung
Ab dem Rang Commander forscht man eifrig nach neuen Waffensystemen. Dabei ist die Schwierigkeit, daß jeder Planet maximal ein Forschungslabor stemmen kann und davon gibt es auch noch 5 verschiedene Varianten (Mechanik-, Waffen-, Computertechnik-, Ingenieurbau- und K.I.- Forschung). Braucht ein Schiff beispielsweise insgesamt 7 Labore, so braucht man auch 7 Planeten um die richtige Kombination von Laboren zu bauen. Man kommt also nicht umhin, hin und wieder mal ein Labor abzureißen und durch ein anderes zu ersetzen.
Die Forschung motiviert langfristig und dank der Möglichkeit, nahezu jedes Großkampfschiff mit moderneren Waffen auszurüsten kann man seine Flotte so auch unterschiedlichen Zielsetzungen anpassen. Im anfänglichen Krieg gegen die Rasse der Garthog, die mit 5 Planeten immerhin eine zu diesem Spielzeitpunkt recht beachtliche Großmacht darstellen, ist das von entscheidender Bedeutung. Denn die Garthog sind technologisch überlegen was die Erforschung besserer Waffensysteme geradezu notwendig macht.

Eine Galaxis nur für mich?
Das Spiel wäre auf Dauer langweilig, wenn es nicht eine Menge weiterer Rassen gäbe. Ab dem Rang Admiral steht einem im Grunde die ganze Galaxis zur Verfügung und man begegnet einer Vielzahl von Fremdrassen, darunter auch zwei menschlichen Nationen.
Dabei sind friedliche Händlervölker wie die Ychoms, die Vereinigung freier Händler oder die Ecaleps, Kriegerische Völker wie die Sulleps, die Morgath oder die Dribs und die etwas schwer einzuordnende Gesellschaft freier Nationen. Die hatte jedes Mal ein anderes Verhalten. Das Spiel kulminiert in der Herausforderung, als Großadmiral die anderen Rassen zu einer Einheit gegen die Invasion eines aggressiven Volkes zu bewegen, was sich als ziemlich schwierig erweist. Natürlich ist es auch möglich, einfach erstmal alle anderen zu besiegen und dann mit der entsprechenden Ressourcenmasse im Rücken den Dargslans zu begegnen – aber nichts ist schöner als wenn eine angreifende Invasionsflotte des Feindes kurz vor dem eigenen Planeten von einer anderen Großmacht aufgehalten und vernichtet wird. Es lohnt sich, miteinander zu reden.

Adventure-Part
Ein im Spiel nur nebenbei erwähntes Element ist der Adventure-Part. Wenn Sie den Vorspann gesehen haben, so wissen Sie, daß die Admiralität sich für den Einsatz ihrer letzten Geheimwaffe entschieden hat: Sie. Dante ist nämlich einer dieser ″gefährlichen″ Androiden und man kommt als Spieler nach und nach durch Träume dahinter, daß man eine künstliche Person ist, wenn man eifrig die Kommunikationsfunktion des eigenen Schiffes benutzt.
Diese wird im übrigen durch zum Teil gruselig schlechte und zum Teil richtig gute Schauspieler aufgepeppt, die in kurzen Sequenzen auf die eingegebenen Fragen reagieren. Als Commander kann man sich bei den Gouverneuren der Planeten nach der Situation erkundigen und gelegentlich gibt es eine Anweisung vom Vorgesetzten oder einen Hilferuf von einem Handelsschiff wegen eines Piratenüberfalls. Außerdem ruft die eigene Familie gelegentlich an (mit einem richtig doofen Sohn, den man angeblich haben soll – man ist ja eine Maschine. Hat man das rausgefunden hören diese Anrufe schlagartig auf…).
Zum Adventure-Part gehören m.E. nach auch die Missionen, die man bekommt und die mitunter ziemlich nerven: Mal bricht auf einem Planeten eine Seuche aus und man muß den Planeten unter Blockade setzen und alle, wirklich alle eintreffenden und wegfliegenden Schiffe aufhalten oder man soll ein wichtiges Schiff begleiten oder auch mal einen verräterischen Gouverneur wieder einfangen. Ab dem Rang Admiral ist man dann diesen Part zum Glück endlich los. Es hatte mich ewig Zeit gekostet bis ich begriffen habe, daß die plötzlichen Vireninfektionen auf Planeten Garthog-Waffen sind, die ich einfach nur melden muß und schon bekomme ich Radarsatelliten um die Dinger aufzuspüren und zu vernichten.

Gefechte
Die Gefechte waren hingegen immer eine recht lustige Sache. Raumgefechte werden immer auf einem Bildschirm gespielt der so voll ist mit Steuerelementen, daß kaum noch Platz für das eigentliche Gefechtsfeld bleibt. Am Ende funktionierte also keinerlei taktische Überlegung bis auf die, daß man zunächst mit Bomben die Planetenverteidigung soweit schwächt als möglich und dann die Jäger als Kanonenfutter vorschickt, bevor man mit Kreuzern und Zerstörern den Verteidigern den Garaus macht. Die wertvollen, riesigen und wirklich klasse designten Flaggschiffe hält man in der Regel besser zurück, denn die transportieren als einzige die Bodentruppen, die man für den zweiten Teil braucht.
Ist man Verteidiger lohnt es sich, die Verteidigung selbst zu koordinieren und die Feindschiffe vom stärksten abwärts zu beharken. Raumstationen lenken Bomben und Raketen ab was mitunter recht nützlich ist, Orbitalfabriken (die man braucht um Flaggschiffe zu bauen) sind allerdings unbewaffnet und ein beliebtes Ziel für gescheiterte Eroberungsflotten.
Das Bodengefecht findet dann wieder in der Koloniedarstellung mit Panzern und Sonderfahrzeugen statt, Infanterie gibt es keine, wohl aber militärische Gebäude (Kasernen, Festungen und Bunker), die als Panzergarage und Kanonenstellung dienen. Hier zeigte es sich, daß ein geschickter, sehr enger Bau der Kolonie die angreifenden Invasionsstreitkräfte in enge Gassen zwängte, was die zugegebener Maßen eher simple KI hoffnungslos überforderte.
Insgesamt war aber an den Raumgefechten der sehenswerte Part ohnehin die unten eingespielte Videosequenz – ich weiß gar nicht, ob ich je alle gesehen habe.

Lieblingsspiel:
Imperium Galactica gehört zu meinen absoluten Favoriten. Das Spiel ist groß, episch angelegt und bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, sein eigenes Universum zu gestalten. Leider läuft es nicht so ohne weiteres unter Windows XP, aber immerhin mit der DOSBox lässt sich da ein bißchen was draus machen. Und wem die DOSBox zu kompliziert ist: Es gibt ein ungarisches Projekt namens OpenImperiumGalactica:

Weblinks:
Komplettlösung
Open Imperium Galactica

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Ein Gedanke zu „Lieblingsspiel – Imperium Galactica

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