Fundstück der Woche (33.KW): Wie der Überwachungsstaat funktioniert

Ein recht nett gemachtes Video mit vielen Informationen.

Wer die Freiheit zugunsten von Sicherheit aufgibt verdient beides nicht.
Benjamin Franklin

Dümmste Spam-Mail des Tages

Spam-Mails sind ja manchmal wirklich interessant gemacht und manchmal macht es auch Spaß, mit den betreffenden Betrügern dahinter zu interagieren und selbige zu massive Zeitverschwendung zu bewegen. Ich selber mach das normalerweise mit Wohnungsbetrügern recht gern.

Heute aber flatterte mir diese Spam-Mail ins Postfach und ich muß ehrlich gestehen, daß ich eine derart mies gemachte schon lange nicht mehr gesehen habe:

PayPal Spam

Ahja… und das soll ich glauben?

Wenn sie wenigstens halbwegs in korrektes Deutsch übertragen worden wäre… aber die Formulierung

Vielen Dank, Bitte nicht auf diese E-Mail antworten, wie Sie Ihre Antwort nicht empfangen werden.
Dies ist eine automatische Benachrichtigung über neue Sicherheits-Nachrichten.

ist dermaßen lächerlich, daß ich mich ernsthaft frage, ob auf den Quatsch einer reinfällt. So ganz nebenbei: Man erkennt Betrüger oftmals daran, daß man sich schon beim Ziel des Links so seine Gedanken machen sollte; Beispiel hier ist:

na klar…. ne cgi-Datei… logisch

Und genau das kann wohl kaum sein. Die meisten Leute sollten cgi-Extensions schon einmal gesehen haben; CGI bedeutet Common Gateway Interface und ist sozusagen eine Schnittstelle zwischen dem Webserver und einem Softwaremodul, das irgendeine Programmieranweisung ausführt. Mit Hilfe von CGI lassen sich also Programme auf dem Webserver starten. Und das ist gefährlich: Da diese Anweisungen nicht clientseitig, also auf dem Browser ablaufen, sondern serverseitig, sind die Möglichkeiten der Anwendungen nahezu unbeschränkt, da man nicht auf die Einschränkungen der Browser beschränkt ist. Aber auch nicht auf irgendwelchen Sicherheitseinstellungen des Browsers. Das Programm kann nahezu alles machen was es möchte – und wer so dämlich ist, dort auch noch irgendwelche Kontoinformationen anzugeben, dem kann praktisch nicht mehr geholfen werden.

Also: Bei seltsamen Mails über VISA-, MasterCard-, anderen Bank- oder Internetkonten wie Paypal NIEMALS auf einen Link klicken. Lieber über den Browser seperat die tatsächliche Webpage der betreffenden Institute aufrufen und dort mal checken, ob irgendwas los ist. Ist nämlich normalerweise nicht.

Hurrah, Hurrah, Olympia!

Ist es nicht schön? Kaum ist die Fußball-EM zuende und dasMedienprogramm hat sich wieder halbwegs normalisiert, schon kommt das nächste „Großereignis“ und belegt wieder in sämtlichen Gazetten und Öffentlichen-Rechtlichen Rundfunksendern den ersten Platz: Diesmal geht es um die Olympischen Spiele.

Bitte, ich bin kein Gegner von Sport, nicht einmal von als Sport getarnten Werbeveranstaltungen bei denen eine Pharmafirma gegen die andere laufen lässt. Im Grunde gönne ich diese Spiele auch gerne all jenen, die sich das antun möchten, solange ich es halbwegs schaffe, davon verschont zu bleiben. Da ich keinen Fernseher habe, mag mir das sogar einigermaßen gelingen.
Aber man liest dann doch faszinierendes: Damit die Sportler der ganzen Welt in Ruhe um die Wette laufen können, müssen 1,3 Milliarden Euro für die Sicherheit aufgewendet werden, 16.500 Soldaten und 9.500 Polizisten sichern die Spiele ab. Pannen hin oder her – das ist ein gigantischer Aufwand. Alleine das staatliche Sicherheitspersonal ist also zahlreicher als beispielsweise die Bevölkerung von Lindau am Bodensee mit knapp 24.800 Einwohnern. Nimmt man nun noch die zugesagten 7.000 privaten Sicherheitsleute dazu (auch wenn das fraglich sein dürfte), ist man alleine da bei 32.000 Mann – ohne die ganzen Leute bei Zoll und Grenzsicherheit.
Der Aufwand ist natürlich gerechtfertigt: Wenige Tage nachdem London 2005 den Zuschlag zur Ausrichtung der Spiele erhalten hatte, gab es die verheerende Anschlagserie in der Stadt. Und dann denke man nur an München 1972, als Jassir Arafat den Befehl gab während der Friedensspiele israelische Sportler zu ermorden. Später gab’s dann den Friedensnobelpreis.

Tatsächlich ist das auch so ein Wendepunkt gewesen. In Montreal 1976 waren statt der Polizei bereits um die 17.000 Soldaten im Einsatz, das zog Kreise. Die olympischen Spiele, eigentlich ein Friedenssymbol, sind derart militarisiert, daß es eigentlich immer mehr zu einer Messe für Sicherheitstechnik und Terrorabwehr mit angehängter Sportveranstaltung wird.

Schade. Denn das, was sie eigentlich ausmachen, den sportlichen Wettkampf, tragen sie angesichts der Anabolika-Athleten auch kaum noch nach außen. Warum sich also den Mist dann antun?