Von den aktuellen Debatten

Nein, ich wollte es nicht. Weder bei der Sexismus-Debatte, noch bei der Debatte um die Änderungen in den Texten der Bücher von Otfried Preußler wollte ich mich ernsthaft zu Wort melden, zum Einen weil man als Mann bei der ersten Debatte ohnehin nur verlieren kann und zum Anderen, weil ich das Faß mit den „Gutmenschen-Debatten“ sowas von überhaupt nicht leiden kann, weil es gleich wieder dazu benutzt wird eine vermeintlich „linke Zwangsgesellschaft“ zu konstituieren. Und das geht mir als rational denkendem Menschen einfach auf die Nerven.

Warum ich es nun doch tue hat ein wenig damit zu tun, daß ich heute morgen sehr interessiert der Debatte im Deutschlandfunk gelauscht habe, die bis 11.30 Uhr lief. Diskutiert haben hier mit den Hörern in der Sendung „Journal am Vormittag“ unter dem Titel „Vom Umgang zwischen Männern und Frauen – Ist die Debatte über Sexismus überflüssig?“ die Journalistin Katja Kullmann, die ehemalige Chefredakteurin der TAZ Bascha Mika und Michael Rutz, dem ehemaligen Leiter des Rheinischen Merkurs. Alleine die Auswahl machte das Gespräch interessant, Mika, die eher links und feministisch orientiert ist in Kombination mit dem Konservativen Rutz versprach eine interessante Kontroverse. Vor allem verrät aber auch die Sendung eine Menge über den Umgang miteinander und den Mangel an Respekt, den beide alleine dadurch deutlich machten, daß sie sich selten ausreden ließen.

Ich finde es gut, daß diese Sexismus-Debatte endlich angestoßen wurde und noch mehr, daß unter dem Hashtag #aufschrei sich Frauen auch endlich mal öffentlich dazu äußern. Veränderungen können nur erreicht werden, wenn auch ein Problembewußtsein erzeugt wird. Viele der Beiträge sind wertvoll, auch weil ein zum Teil recht seltsam anmutender Umgang mit dem Thema wiederum thematisiert wird wie beispielsweise der Beitrag des Focus zu dem Thema.

Relativ selten wird erstaunlicher Weise darauf eingegangen, warum Frau Himmelreich eigentlich ein Jahr auf die Veröffentlichung gewartet hat – und warum sie das ausgerechnet im Stern veröffentlicht hat. Der Stern als „Tittenblatt für diejenigen, die sich genieren, einen Playboy zu erwerben“, fiel schon öfter mit sehr … naja, sagen wir mal mit Titelbildern auf, die jetzt die Frau eher in Richtung Sexobjekt darstellen. (Beispiele hier, hier, hier, hier und hier, wobei der Stern da jetzt nun nicht alleine dasteht) Als freministische Frontkämpferin würde ich da nun nicht grad veröffentlichen wollen. (Andererseits: Alice Schwarzer schrieb für Bild…)

Was mich an der Diskussion ein wenig stört ist zum Einen die relativ schnell ins Extreme rangierende Meinungsäußerung – das reicht von denen, die künftig keine Komplimente mehr machen wollen auf der einen, bis zu denen, die jedes Kompliment gleich für eine sexuelle Belästigung halten auf der anderen Seite – und der Mangel an relativ gemäßigten, aber nachdenklichen Stimmen. Eine davon wäre der – bescheuert betitelte, inhaltlich aber recht gelungene – Beitrag von Claudius Seidl in der FAZ. Auch die Debatte im Deutschlandfunk war geprägt von gleich wieder ins Extreme neigenden Ansichten – oder, und das ist das, was mich so ein bißchen nervt, der Unterstellungen von extremen Ansichten, bevor der jeweilige Gesprächspartner (egal welchen Geschlechts) seine Ansicht überhaupt artikuliert hatte.

Wenigstens eines drang bei der Gelegenheit ein wenig durch: Das das eigentlich schlimmste Problem des alltäglichen Sexismus die Tatsache ist, daß Frauen für die gleiche Arbeit ein viertel weniger bezahlt bekommen. Das halte ich für ein deutliches und echtes Problem und nicht die Frage, ob man Goethes Faust künftig „Faust_in“ schreiben muß, damit auch keiner beleidigt ist.

In dem Zusammenhang stoße ich mich ehrlich gesagt auch an der Debatte um die „Modernisierung“ oder Anpassung von Ottfried Preußlers Werken. Der Thienemann-Verlag hatte einige Stellen insbesondere in der „kleinen Hexe“ verändert, konkret hängte sich die Debatte an zwei Begriffen auf: Das eine war der Begriff „Neger(lein)“, das andere das Verb „durchwichsen“.
Beide Fälle haben eine unterschiedliche Bedeutung. Der letztere Fall ist die Anpassung an den heutigen Sprachgebrauch, da das Verb „wichsen“ nun einmal nicht mehr als Verb für „polieren“ oder  – in diesem Fall halt – „schlagen, verprügeln“ verstanden wird, es sei denn, man hat sich über die betreffende Wortentwicklung informiert – was einem Studenten oder Sprachwissenschaftler zuzutrauen ist, einem Kind jedoch eher weniger. Die andere Geschichte ist die mit dem „Neger“, was seinerzeit als normaler Begriff benutzt wurde und nicht abwertend gemeint war, heute aber so verstanden wird.

Nun bin ich selber kein sonderlich großer Freund der politisch überkorrekten Sprache. Ich bin der Überzeugung, daß wir unserer Sprache keinen Gefallen tun, wenn wir sie unlesbar machen (beispielsweise durch angehängte weibliche Formen oder gar durch substantivierte Adjektive wie „Studierende“), außerdem gehöre ich nicht zu den Anhängern der These, daß Sprache prinzipiell unterdrückend ist, wenn sie Menschengruppen eingeschlechtlich anspricht. Im Französischen wird eine Gruppe mit „ils“ definiert, außer, sie besteht nur aus Frauen. Nur in diesem einen Fall wird von „elles“ gesprochen. Deswegen sind Frauen in Frankreich aber keine unterdrückte Spezies.

Sprache kann sehr mächtig sein und Sprache kann zur Unterdrückung und Diskriminierung benutzt werden, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Macht man nun das Faß mit dem Geschlechterkampf in der Anrede und der Berufsbezeichnung auf, wird irgendwann ein Schuh daraus: Man kann das weiterspinnen und dann sogar richtig zum Spinnen anfangen, indem man beispielsweise darauf verweist, daß die Quote dunkelhäutiger Feuerwehrleute im Begriff „Feuerwehrleute“ ignoriert wird, daß die hohe Männerquote diskriminiert wird weil der Substantivplural im Deutschen feminin ist und es keinen eigens maskulinen Plural gibt und so weiter…. irgendwann fühlt man sich weit genug getrieben, daß man Projekte wie „Redesign Deutschland“ richtig entspannend findet. Die Hyperparallelisierung, die manche gerne benutzen („jedefrau“), könnte man auch weitertreiben und manche Städte umbenennen („Mann-und-Frauheim! oder auch „Man-and-Woman-Chester“), die Frage darf sich aber stellen, wann da der Gipfel des Schwachsinns im Namen der Vernunft erreicht wurde.

Sprache wird dann diskriminierend, wenn Begriffe benutzt werden, die abwertend verwendet werden. Die Anrede „Sie Schwein“ ist eine Beleidigung und sogar strafrechtlich relevant, gleiches gilt eben auch für Begriffe, die wegen der fortschreitenden Spracherntwicklung heute als diskriminierend verstanden werden. Dazu gehört natürlich der Begriff „Neger“ sowie der noch abwertendere Begriff des „Niggers“, beides sind heute unübliche, und je nach Kontext sogar beleidigende Wörter.

Nun hat „Neger“ aber eine andere sprachliche Entwicklung hinter sich, eine vergleichbare hat der Begriff „Weib“, der heute ebenfalls abwertend verstanden wird. (Wobei auch das wiederum eine hochsprachliche Sache ist, im Dialekt ist das „Weiberl“ beispielsweise nicht zwingend negativ besetzt. Dann gibt es noch Wortungeheuer wie „Mannweiber“, die zwar wenigstens geschlechtsneutral in der Wortsammlung, aber diskriminierend in der Bedeutung verstanden werden können.) Niemand würde heute einen Text schreiben, der sich mit „Mann und Weib“ befasst und ich glaube auch nicht, daß sich dabei irgendwer etwas denkt.

Wenn ich nun mal in die diversen Bibelübersetzungen blicke, dann fällt mir da spontan Epheser 5, Vers 22 ein: „Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem HERRN“, so steht es in der Lutherbibel von 1912. Nimmt man hingegen die zweite Revision der Schlachter-Bibel von 1951, so findet sich der Satz hier so: „Die Frauen seien ihren eigenen Männern untertan, als dem Herrn“. Ganz unauffällig hat man in der zweiten Revision ein paar der Begriffe angepasst, um die grundsätzlich ein Geschlecht unterdrückende Botschaft wenigstens sprachlich neutral zu halten.

Nun also werden aus manchen Kinderbüchern vielleicht, ganz sicher halt aus einem, Begriffe wie „Negerlein“ entfernt. Und das ist nicht einmal ein heiliges Buch, sondern nur ein Buch für Kinder, die einen kulturhistorischen Hintergrund eines Wortes, das sie lesen, nicht unbedingt voll erfassen können.
Eine sprachliche Anpassung an gegebene Zielgruppen ist für Texte nichts ungewöhnliches, mein erster Kontakt mit einem Text namens „Parzival“ fand auch nicht mit dem Originaltext statt; Damals war ich nämlich gerade mal acht Jahre alt und wäre sicher nicht in der Lage gewesen, auch nur den Anfang zu verstehen, ja ich habe nicht einmal die durchgereimte, neuhochdeutsche Fassung von Karl Simrock bekommen (auch die hätte einen Achtjährigen überfordert) sondern eine Kinderbuchfassung. Hätte ich sowas lesen sollen:

Sigûne doschesse
hôrte selten messe:
ir leben was doch ein venje gar. (435,25)
ir dicker munt heiz rôt gevar
was dô erblichen unde bleich,
sît werltlîch freude ir gar gesweich.
ez erleit nie magt sô hôhen pîn:
durch klage si muoz al eine sîn.(435,30)

naja, ich wäre wahrscheinlich nicht lange in dem Buch hängen geblieben. Macht ja auch Sinn, ein Kind erst einmal mit einer Ausdruckswelt zu beschäftigen, mit der es auch etwas anfangen kann. Und denjenigen unter den verzweifelten Verteidigern der urspünglichen Druckversion der „Kleinen Hexe“ möchte ich sehen, der seinem Kind etwas auf Mittelhochdeutsch vorträgt.

Ein Kinderbuch um Begriffe wie „Mohr“ oder „Neger“ zu befreien, ohne den eigentlichen Inhalt zu verändern halte ich nicht für schlimm, selbst wenn das manche eigentlich ganz brauchbare Leute auf die albernsten Barrikaden treibt. Auch beim Parzival, dessen Halbbruder Feirefiz ja von einer dunkelhäutigen Prinzessin abstammt, kam der Begriff „Mohr“ meine ich nicht vor – obwohl er im Originaltext durchaus steht. Verloren habe ich dadurch aber nichts.

Die Diskussionen um Sexismus und die um die Änderungen von Preußlers Texten ähneln einander deswegen, weil in beiden Fällen eine vermeintlich angegriffene und kulturbewahrende Minderheit sich mit dem Vorwurf von „Gutmenschentum“ und „linker Gewissensdiktatur“ wehrt – und das ist etwas, was ich überhaupt nicht leiden kann. Neben der schwachsinnigen Begrifflichkeit des „Gutmenschentums“ (Muß ich daraus schließen, daß die betreffenden ein „Schlechtaffentum“ leben?) ist es eigentlich erstaunlich, daß es so etwas wie eine „Gewissensdiktatur“ geben kann: Daß man sich so benimmt, daß man sich nicht schämen muß, kein schlechtes Gewissen hat und niemanden gedankenlos beleidigt wird gleich als Diktatur mißverstanden – das ist nicht nur falsch, sondern einem vernünftigen Diskurs auch abträglich. Ich habe oben dargelegt, daß ich eine Überkorrektheit auch nicht gut finde – insbesondere wo die Umschreibung eines mißliebigen Begriffes irgendwann dazu führt, daß ich jemanden erst recht beleidige oder gar letztendlich die Aussage verkehre – aber ein bißchen darauf achten, wie man daherredet könnte man schon. So viel Erziehung sollte auch liberal denkenden Konservativen in Freiheit zumutbar sein.

Post Scriptum: Mir fiel gerade ein, daß wir ja nicht das einzige Land mit solchen Debatten sind. Siehe dazu die Geschichte rund um einen vermeintlich rassistischen Werbespot von VW in den USA.

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Aus der Reihe Kopfkino…

Aus der Reihe „Dinge, die ich nicht wissen will, weil mein Kopfkino dafür viel zu aktiv ist“ möchte ich heute folgendes vorstellen: Vorwurf der sekuellen Belästigung an Rainer Brüderle. (Abgesehen davon hat die SZ es in bemerkenswert dämlicher Weise geschafft, Sexismus und sexuelle Belästigung durcheinander zu schmeißen. Deppen. Sueddeutsche halt, oder?)

Was mich ein bißchen erstaunt ist die Dummheit der Sueddeutschen, was diese Begrifflichkeiten angeht. Sexismus ist in aller Regel die Annahme eines Vorurteils aufgrund von Geschlecht, also daß Frauen gute Sekretärinnen, aber schlechte Polizistinnen sind, zum Beispiel. Typischer Unsinn, der aus konservativen Kreisen kommt, nicht selten aus der religiösen Ecke.

Sexuelle Belästigung ist jener Vorwurf, den die Stern-Autorin da erhebt – und der nicht ohne ist. Einer Frau ein Kompliment zu machen (oder einem Mann) dürfte nicht darunter fallen. Ungefragt jemanden, der das nicht will, zu küssen oder (etwas intimer) zu berühren, schon. Das ist eine etwas schwammige Sache, aber eine Journalistin ziemlich blöd (so die Geschichte so stimmt) derart anzumachen, könnte unter die entsprechenden Paragraphen fallen.

Was ich viel spannender finde ist der zufällige Zufall, daß diese Geschichte im Bertelsmann-Blatt Stern (der ja der CDU sehr nahe steht – also der Verlag, der Stern nicht zwingend aber auch da wird es Abhängigkeiten geben…) just ein paar Tage nach der Wahl in Niedersachsen erscheint. War das nun Rache für den Stimmenverlust der CDU oder kluges Schweigen vor der Wahl für den Koalitionspartner? Hm…. Verschwörungstheoretiker, melden Sie sich bitte.

Verschwörungssonntag (II): Vom Bewußtseinsübergang und was die galaktische Föderation des Lichts damit zu tun hat…

Ich habe eine neue Reihe gestartet und werde bis zum 21.12.2012 (Das ist ein Freitag) jeden Sonntag eine Verschwörungstheorie zeigen, die sich auf den drohenden Weltuntergang beziehungsweise unsere Entrückung oder auch nur den Massentransport der wahren Gläubigen zur galaktischen Föderation beziehen. Dabei geht es mir weniger um die wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas, die kann man getrost im Scienceblog nachlesen, sondern mehr darum, was Menschen eigentlich dazu bewegt so etwas zu glauben und notfalls auch Fakten auszulassen.
Insgesamt freue ich mich also auf noch etwa 33 Artikel, die ich vielleicht auch mal in eine Seite umbauen werde, falls ich Lust dazu habe.

Daß am 21.12.2012 die Welt untergeht ist ja ein den meisten ebenso bekanntes wie wissenschaftliche negiertes Faktum. Darum versuchen – in vorausschauendem Wissen daß ja eh nix passiert – die Weltuntergangspropheten nun zu Weltübergangspropheten zu werden und sprechen nun von einem Bewußtseinsübergang.

Zunächst aber wie an dieser Stelle immer, etwas für unsere Zahlenmystiker: Dieser Artikel erscheint nicht ganz zufällig am 29. April. 29 ist eine Primzahl und von daher schon einmal von besonderer Bedeutung, da 29 nur durch 1 und sich selber teilbar ist, so wie 13 auch. Da 13 bekanntlich Unglück bringt (weswegen ja Christus und seine Apostel immer als Wilde 13 durch Palästina gehopst sind) muß 29 eine ähnliche Bedeutung haben. Multipliziert man 29 mit 2 und addiert noch einmal eine 2 hinzu so erhält man die durch die Primzahlen 2, 3 und 5 teilbare Zahl 60, die, durch 5 eben geteilt 12 ergibt und damit die Zahl der Apostel repräsentiert. 12 ist außerdem nicht weit von der zuletzt erwähnten Zahl 16 entfernt (genau 4) und 16 wiederum hat 4 zur Quadratwurzel und die Quadratwurzrzel aus 4 entspricht genau der Anzahl von Zuständen, welche die Beleuchtungssituation des heutigen Tages (dunkel und hell) entspricht. Na, klingelt’s?

Am 21.12.2012 endet bekanntlich der Maya-Kalender (nicht) und auch wenn an dem Tag nichts passiert so soll, verschiedenen Quellen zufolge, zumindest in diesem Jahr, oder im nächsten, oder im übernächsten, also bis 2014 ist das jetzt wirklich aber durch, ein Bewußtseinsübergang stattgefunden haben bei dem die Menschheit in eine Ära des Friedens geführt werden soll.

1. Von Sterben der Materie
Sehen wir an dieser Stelle mal möglichst davon ab, daß der Begriff „Bewußtseinsübergang“ eher aus einer Lehre von ewigem Leben oder Wiedergeburt entstammt, also auf jeden Fall etwas mit dem Tod der sterblichen Hülle des Bewußtseins zu tun hat und tun einfach mal so als wäre das Ganze weniger dramatisch. Diversen Esoterikseiten entnimmt man nun also die Information, daß die Milchstraße ein lebendes Wesen ist, da jede Materie Intelligenz besitzt. Erdgeschichtlich, ich folge mal der Seite teleboom.de fand nun angeblich folgendes statt:

Gott ist alles, die gesamte Energie und Materie, aus der sich der Kosmos entfaltete. Nichts ist naturwüchsig entstanden. Es gab keinen Urknall. Alle Entwicklungen, alle Schöpfung, alle Evolutionen, alle Entfaltungen folgen dem Göttlichen Plan. Naturerscheinungen wie Sternengeburten oder Supernovae sind nichts weiter als äußerer Ausdruck gewaltiger geistiger Umwandlungs-, Entfaltungs- und Aufstiegsprozesse. Und so wie der Tod des physischen Körpers nichts weiter darstellt als die Ablösung des geistigen Wesens von der physischen Ebene, so bedeutet der Tod eines Sterns in Wahrheit seinen Aufstieg in höhere Seinsebenen, die für uns nicht mehr sichtbar sind. (Quelle)

Also der Tod eines Sterns ist sein Aufstieg in eine höhere Bewußtseinsebene. Hm. Vielleicht sollte man dazu erst einmal klarstellen, daß der „Tod“ eines Sterns lediglich eine Umschreibung für ein physikalisches Ereignis ist: Ein Stern ist im Grunde nichts anderes als ein Fusionsreaktor. In der Hauptphase wird Wasserstoff in seinem Inneren durch Druck und Hitze zu Helium vermolzen, dabei wird Energie frei (Das meiste in Form von Strahlung, ein bißchen was als Licht). Ist die Masse eines Sterns recht klein und der Wasserstoff verbraucht genügt der Druck und die Temperatur (mithin also die Energie) nicht, um mit der Heliumfusion weiterzumachen und es entsteht ein weißer Zwerg. Das sind keine bärtigen Lebewesen sondern bestimmte Typen von Sternen, die wir so nennen.
Ist hingegen die Masse groß genug dehnt er sich aus (und zwar gewaltig) und unter bestimmten Voraussetzungen (sehr große Masse, sehr geringe Dichte) bricht sein Gravitationsfeld, also sein Schwerefeld zusammen und er explodiert in einer Supernova. Ist die Masse dafür nicht groß genug implodiert er und verdichtet sich ebenfalls zum weißen Zwerg. Supernovae besonders großer Sterne können Schwarze Löcher erzeugen, andere schleudern ihre Masse fort und es bleiben kleine Reste übrig, die wir Neutronensterne nennen.

Schön zeichnen das die Macher der Wikipedia:

Sternentwicklung in der Wikipedia

Dieses Werk ist freie Software; sie darf weiterverteilt und/oder verändert werden unter der GNU General Public License, wie sie von der Free Software Foundation veröffentlicht wurde.

Es ist also tatsächlich ein Übergang von Materie und Energie in einen anderen physikalischen Zustand – und der Stern als solcher existiert nicht mehr weil ihm der Brennstoff ausgegangen ist. Sprache vermenscht manchmal solche Vorgänge, ein guter Schriftstelle spricht manchmal – hin und wieder sogar metaphorisch gemeint – von „sterbendem Licht“, wenn es halt ausgeht. Deswegen stirbt Licht aber nicht. Nein. Tut es nicht. Es ist elektromagnetische Strahlung in einem Wellenbereich, auf den unser Auge halt geeicht ist. Es stirbt nicht.
Ebensowenig stirbt Materie. Sterben ist nichts anderes als das Ende der Betriebsdauer eines Biologischen Organismus, ja, aber vom Tod spricht man in der Regel, wenn ein Erlöschen des Bewußtseins gemeint ist. Kann auch sein, daß es dann woanders hingeht – das ist der Bereich der Religion, die Wissenschaft hört hier auf. Wir können unser eigenes Bewußtsein bislang auch kaum Naturwissenschaftlich erklären.
Eines aber ist klar – die Entstehung eines Sterns ist ebensowenig wie sein Ende ein Ausdruck eines geistigen Umwandlungsprozesses des Universums.

2. Die galaktische Föderation
Zu den Dingen, die wirklich Spaß machen gehören ja die Geschichten von der Föderation. Aber jenseits von Star Trek gibt es, so behaupten manche, eine galaktische Föderation des Lichts, die sich gegen eine Desinformationslkampagne wehren muß. (Hinweis: Besonders bei der zweiten Seite, Seelenkrieger, gehts ganz schnell Richtung braune Esoterik, siehe hier).

Tatsächlich ist es erstaunlich, wie viele präzise Informationen die „Lichtkinder“ gesammelt haben, seien es nun die, die sich „Der hohe Rat“ nennen oder jene, die das nicht tun. Angeblich wissen sie viel über den Aufbau der Raumschiffe der Föderation und natürlich auch, daß die Erde hohl sei (eine veraltete Theorie) und daß darin unter anderem Hitler noch leben würde sowie in „Neuschwabenland“ irgendwelche Reste der Waffen-SS. (sic!) Vermutlich verursachen die auch die Vuilkanausbrüche und nicht der tatsächliche Aufbau der Erde

Schon die Geschichte der Erde, die diese Menschen zu erzählen vermögen liest sich faszinierend, ich zitiere mal ein paar Ausschnitte:

  1. Vor 50.000.000.000 (50 Mrd.) Jahren begann die 6. Schöpfung. Zu dieser Zeit nahm die Erde die Form als physische Planet an. Sie ist ein eigenständiges Lebewesen!
    (Dazu sei angemerkt, daß die Gaia-Hypothese inzwischen wieder auf dem Absteigenden Ast ist und die Erde und ihre Biosphäre gar nicht als Lebewesen beschreibt, sondern nur eine Betrachtungsweise ermöglicht, die bestimmte Vorgänge, Ursachen und Wirkungen, erklärbar machen. Es ist aber eine Hypothese!)
  2. „Vor 35.000.000 Jahren siedelten Wesen als erste Zivilisation, als erste Wurzelrasse, auf der Erde am heutigen Südpol. Es war das Volk der Polarier, welches eine Schutzfunktion für die Erde und das ganze Sonnensystem inne haben sollte. Die Polarier waren eine androgyne Lebensform. Sie installierten die Firmamente ~ 2 riesige Hohlspiegel aus Eis im Orbit der Erde. Dadurch waren die Pole der Erde eisfrei, warm und bewohnbar. Die Schaffung der Firmamente wird in der Bibel (AT) im 2. Schöpfungstag (1. Mose ~ Genesis) beschrieben.“
    (Also mal abgesehen davon daß Hohlspiegel aus Eis das gar nicht zu leisten vermögen, was hier beschrieben wird und so etwas klimatisch auch eine saublöde Idee wäre, ist die Referenz auf die Bibel… naja, also ich würde empfehlen selber nachzulesen: „Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern.7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also.8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag.“ (Lutherbibel) Möglicherweise richtet sich die Firmament-Theorie Aber auch an diese Übersetzung: „Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide Wasser von Wasser.
    7 Gott machte also das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. So geschah es8und Gott nannte das Gewölbe Himmel.“ (Einheitsübersetzung). Egal ob aber nun von „Gewölbe“, „Feste“ oder „Scheidung“ die Rede ist – gemeint ist in jedem Fall der Himmel und nicht eine Eisschale darüber.)
  3. Vor 26.000.000 Jahren zerstörte eine alliierte Invasion, bestehend aus Dinoiden aus dem Bellatrix-System in der Orion-Konstellation und Reptoiden aus dem Sagittarius-System, diese erste irdische Zivilisation, ließ sich anschließend auf der Erde nieder und wurden mit der Zeit aber friedlich. Sie wurden zu den Hütern der Erde.(In der Wissenschaft bezeichnet man diese Zeit als der Beginn der Herrschaft der Saurier. Saurier ist aber nur ein anderes Wort für Dinoiden und Reptoiden [Dinoiden = Dinosaurier / Reptoiden = Reptilien]. Sie waren keine Tiere!)
    (Ähm… ja. Reptoiden aus dem All… Kleines Datierungsproblem: die Dinosaurierknochen, die wir gefunden haben, sind ein bißchen älter als 26 Millionen Jahre; Wie viele habe auch ich mich als Kind sehr für Dinos Interessiert und kann daher sicher sagen daß es keine jüngeren Dinosaurier gab – vor 65 Millionen Jahren war einfach Schluß, auch wenn wir nicht sicher wissen warum. Die Sicherheit dieser Aussage kann durch die Radio-Carbon-Meßmethode belegt werden, die wirklich ziemlich präzise ist.)
  4. Überspringen wir mal die Landwale und -delphine und auch die Reptodinoallianz (alles hier nachzulesen) und gehen gleich zu einer netten Randbemerkung über: „Wale und Delphine leben heute im Gegensatz zu uns in der 12 Dimension. Nicht zufällig retten Delphine und auch Orcas Menschen vorm Ertrinken und vor Haien, obwohl die Wissenschaft sie teilweise als gefährliche Bestien (Orca = Killerwal) bezeichnet.“
    (Hm… das mit den Dimensionen. Manches sprich für Theorien von Parallelwelten beziehungsweise der quantenmechanischen Betrachtung von vielen Welten als Multiversum. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob eine beobachtbare Reaktion wirklich eine ableitbare Erkenntnis für das ganze Universum bietet oder eben nicht. Zwar sind Naturgesetze universell in unserem Universum und Verständnis aber zumindest theoretisch nur abgeleitet von Beobachtungen die man anderswo vielleicht nicht machen könnte. Dennoch bin ich mir auch als Douglas Adams Fan ziemlich sicher, daß weder Delphine, noch Wale 12-dimensionale Wesen sind die, äh, einfach so im Wasser rumschwimmen und Menschen vor Haien beschützen.)
  5. „Vor etwa 4.500.000 Jahren wurde die Galaktische Föderation des Lichts durch die Sternennationen aus den Systemen Leier, Sirius, Krebs und Zwillinge gegründet. Vor etwa 2.000.000 Jahren schickte die Galaktische Föderation eine große Gruppe galaktische Hüter (Sirianer) zur Erde und pflanzte damit die hyborneische bzw. hyperboräische Kultur (2. Wurzelrasse) auf der Erde. Die Erde brauchte wieder Landhüter. Sie lebten ebenfalls am heutigen Südpol. Die Reste ihrer Kultur sind unter dem Eis der Antarktis begraben.“
    (Da also
    ist sie, die Galaktische Föderation des Lichts. Viereinhalb Millionen Jahre alt hat sie hier in der Nähe einen Planeten als „Kampfstern“ geparkt (Nibiru, der unsichtbare Planet), führte hier irgendwie ein bißchen Krieg mit einigen anderen und dann gingen die meisten am Südpol unter die Erde und leben jetzt im Inneren der hohlen Erde. Zugegeben, hohl ist da wirklich manches.)
  6. Nun aber wird es super: „Vor 13.000 Jahren änderte sich durch die Zerstörung der Firmamente das Klima auf der Erde. Die Pole begannen langsam zu vereisen. Dadurch verschlechterten sich die Lebensbedingungen für die Arianni im Norden Grönlands. Diese zogen sich deshalb in die innere Erde zurück.
    Einige Arianni kamen damals für kurze Zeit noch mal auf die äußere Erde zurück und mischten sich genetisch mit den Menschen im heutigen Mittel-Europa. Deren Nachkommen bildeten als genetisch “aufgebesserte” Menschen die 6. Wurzelrasse, die Meruvianer (die in Anlehnung an die Arianni auch Arier genannt werden), auf der Erde. Sie lebten unter den dort lebenden Menschen und vermischten sich weiter mit ihnen und verbreiteten damit die genetische Aufbesserung. So trugen sie zum hohen Wissen (z. B. der deutschsprachigen Völker) bei. Nicht zufällig sind die meisten Erfindungen von Deutschen gemacht worden und das deutsche Volk wird deshalb auch “das Volk der Dichter und Denker” genannt. Die Nachkommen der Meruvianer leben auch heute noch unter uns.“
    (Ahja…
    genetisch aufgebesserte Mitteleuropäer im Gegensatz zum primitiven Neger, ist schon klar. Spätestens hier sollte deutlich werden warum dieser Verschwörungsquark so gefährlich ist: Er verbindet sich wunderbar mit der Idee der überlegenen Rasse, das erklärt auch warum es da noch ein Hoffen für manche gibt:)
    „Tatsächlich ließ sich Anfang Mai 1945 Adolf Hitler von der Fliegerin Elly Beinhorn zusammen mit seiner Partnerin Eva Braun von Berlin nach Spanien ausfliegen. Mit einem spanischen Flugzeug flüchteten sie dann weiter nach Argentinien, wo sie von Arianni aus der inneren Erde abgeholten wurden. So kam Adolf Hitler 1946 in der inneren Erde an. Sein angeblicher Selbstmord zusammen mit Eva Braun wurde von den Alliierten nur erfunden, um sein Verschwinden zu erklären. Adolf Hitler war übrigens Vegetarier. Also wusste er wahrscheinlich auch von der schädlichen Wirkung des Fleisches.
    Die Konstrukteure der UFOs aus dem Dritten Reich der Haunebu- und Vril-Serie sind die
    Arianni, die “Eltern” der Meruvianer. Deshalb haben sich diese “deutschen” UFOs, die den Alliierten weit überlegen waren, nie an Kämpfen beteiligt. Die Arianni sind wie alle Wurzelrassen (außer die späten Atlanter) ein absolut friedliches Volk. Heute sind diese “deutschen Flugscheiben” in der inneren Erde in Neuschwabenland stationiert, wohin auch über 40 deutsche U-Boote kurz vor Kriegsende “ausgelagert” wurden. Doch von ihnen geht keine Gefahr aus. In der inneren Erde herrscht ein absoluter friedliches Klima! Waffen werden dort nur zur Verteidigung verwendet und auch dann nur, wenn es keinen anderen Ausweg gibt; wie bei der amerikanischen Invasion (Operation Highjump) am Südpol im Jahr 1947.“
    (Das ist doch wirklich toll: Ein in die innere Erde den Frieden genießender Adolf Nazi der auf seine Rückkehr samt Eva und Schäferhund wartet. Dazu noch ein paar vergilbt gemachte (Kann jeder Gimp) Bilder von den „deutschen Flugscheiben„, einer sehr beliebten Verschwörungstheorie, die schon in den 50ern transportiert wurde. Der Massenmord der Nazis wird mal eben ausgeblendet und die überlegene Arier-Rasse wartet auf den Führer im Inneren der Erde…)
  7. Zum Schluß wird dann noch viel über die Pläne der Iluminaten (auch dazu wird noch ein Artikel folgen) erzählt, die angeblich den Weltuntergang planen: „Es war geplant, dass die Reinigung (Apokalypse) durch den von den Illuminaten geplanten und von Nostradamus vor 350 Jahren prophezeiten 3. Weltkrieg ausgelöst wird. Inzwischen ist sicher, dass der 3. Weltkrieg nicht stattfindet. Die Illuminaten planten ihn zur Jahrtausendwende (2000), aber die Kräfte des Lichts (im Physischen die GFdL) hat das verhindert.
    (Hm. Ist schon blöd wenn die Welt ständig nicht untergeht. Aber immerhin kann man dann immer mit dem Eingriff der Wächter des Lichts argumentieren…)

3. Fazit
Zugegeben, der Artikel erscheint ein bißchen konfus weil ich nur Elemente herausgreifen konnte und wollte, die diesen phantastischen braunesoterischen Schwachsinn dokumentieren. „Die große Wahrheit“, die laut Eigenauskunft der Seite schon 2010 dagewesen sein sollte („Der erste Kontakt erfolgt über Radio- und Fernsehübertragungen. Viele Landungen werden erfolgen und sie werden sich persönlich vorstellen. Dies wird (voraussichtlich) noch vor dem Jahr 2010 passieren.„) fand natürlich nicht statt. Es sterben auch keine Sterne um ihr Bewußtsein zu wandeln und es wird weder 2012, noch in naher Zukunft eine Intervention der göttlichen Außerirdischen geben, die das Dritte Reich wiedererrichten.
Die Verquirlung von Zahlenmystischen Elementen (12 ist hier oft dabei), völliger Ahnungsbefreiung von physikalischen, geophysikalischen und astropohysikalischen Sachverhalten, brauner Wiederauferstehungsromantik und einigen wunderbaren anderen Mythen wie allerlei rund um Templer, 9/11 und so weiter macht noch keine Wahrheit aus. 2012 wird einfach nichts besonderes passieren was nicht auch ansonsten passieren würde. Vielleicht gibt es aber tatsächlich einen Bewußtseinswandel: Wenn wieder nichts passiert hören die Leute vielleicht endlich auf, solchen Beutelschneidern auch noch Geld hinterher zu werfen.

Zum Schluß noch ein sehr gelungenes kurzes Video, quasi als Belohnung weil Sie, verehrter Leser, so lange durchhielten: