Eine kleine Mitschrift

In den vergangenen Tagen unserer Republik gab es ein bemerkenswertes Filmereignis das einen Oscar gewann und nachzuholen ich mir in Auftrag gestellt hatte. Star Trek XI, quasi Star Trek, the JJ Abrams Generation (kurz: Star Trek: TJJG). Ums kurz zu machen: Ich war erschüttert und entsetzt.

Aber beginnen wir am Anfang. Der Film startet mit einer hektischen und sehr blendenden Szenerie. Ein Schiff fliegt herum. Ein anderes kommt im Wing-Commander-Style (sind sogar die gleichen Effekte) aus einem Wurmloch und schießt das Schiff in Klump. Nach ein bißchen Kampf, Explosionen, Hektik und mehr Explosionen folgen zwei sehr dümmliche Regiefehler (Die Kelvin verfolgt die Lebenszeichen des Captains auf dem Feindschiff mit ihren Instrumenten ist aber nicht in der Lage dem 1. Offizier das Geschlecht seines Kindes zu verraten) und James T. Kirk wird geboren während sein Papa eine Heldentat vollbringt und sich und sein Schiff für die Crew opfert. Das ist in der Tat heldenmütig. Nur noch einmal zur Verdeutlichung: Der bis dahin unbekannte Feind Nero sucht anscheinend Spock und hat ohne Vorwarnung das Feuer eröffnet, nachdem sein Schiff zufällig genau vor der Kelvin aus einem Schwarzen Loch fiel. Logisch, oder?

Die nächste Szene nach einem an Mount Rushmore erinnernden Vorspann, wird eine vulkanische Schule gezeigt. Vulkan JJ ist nicht der spirituelle Ort den Star Trek so gerne zeigte sondern eine Lern- und Indoktrinationsmaschine. Kinder stehen hier in Löchern im Boden und beantworten Fragen. Erinnert an Guantanamo, ist aber das fortschrittlichste Volk des Universums. Fortschritt JJ eben.

Der junge Jim Kirk, eben geboren, darf als Heranwachsender zuerst ein Auto in eine Schlucht fahren, fallen lassen und am Hang hängen, dann Uhura in einer Kneipe anmachen und verprügelt werden. Als Belohnung für diese kluge Handlung wird er von Captain Pike eingeladen, der Sternenflotte beizutreten weil sie eine „humanitäre Armada“ sei. Seltsamerweise sind am nächsten Morgen alle Gesichtswunden verheilt und Kirk darf gegen einen Balken im Hobbithaus, halt nein, im Shuttle rennen wo er einen Alkoholiker trifft der später mal Schiffsarzt wird. Na gut.

Kirk scheint unter einer Dauererektion zu leiden. Er macht so ziemlich alles an was nicht bei drei auf einem Baum ist. Weiblich oder McCoy scheint egal. Dann wird es hektisch, Vulcan wird angegriffen. Weil die Raumflotte grad irgendwo „beschäftigt“ ist setzt man – logischerweise – alle Kadetten ein (bis auf Kirk der an Bord geschmuggelt wird) um eine zweite Raumflotte, die unbemannt da grad zufällig herumliegt, nach Vulcan zu entsenden, das praktischerweise nur 3 Minuten entfernt ist.

Eine halbe Raumschlacht später werden Kirk (nun erster Offizier weil er wegen einer Krankheit an Bord kam oder so ähnlich) und Sulu auf einen großen Bohrer geworfen. Ja, die schmeißen sich da wirklich aus dem Schiff runter in Raumanzügen mit Fallschirmen, Kirks Kollege ist zum Glück verwegen dämlich und weigert sich den Fallschirm rechtzeitig zu öffnen weswegen er samt dem Sprengstoff zur Zerstörung des Bohrers draufgeht. Kurz darauf Abwechslung, Kirk hängt mal wieder über einem Abgrund (das zweite Mal nun schon) während Sulu, ohne Witz, mit einem Schwert einen Romulaner bekämpft der aus dem Bohrer gekrochen ist und zufällig eine Streitaxt mit sich herumträgt. Ich gucke nach, es wird wirklich behauptet, ich sähe einen Star Trek Film. Der Romulaner der Kirk bekämpft trägt anscheinend keine Streitaxt, hat aber sonst das Gleiche an und versucht Kirks Finger zu besteigen damit der endlich mal den Abgrund runterfällt. Man wünscht ihm fast schon Glück mittlerweile.

Sulu besiegt den Axtschwinger und den anderen und gemeinsam nutzen sie nun nicht den hochexplosiven Förderationssprengstoff um den Bohrer zu sabotieren sondern benutzen Gewehre. Warum hat das Schiff dann nicht einfach einen Photonentorpedo da hineingeschossen? Naja, was soll’s. Das Loch war eh tief genug, „rote Materie“ wird von Nero in das Loch geschmissen und Vulcan fällt in ein schwarzes Loch und wird zerstört. Mit 6 Milliarden Lebewesen darauf. Hoppla.

Den Zuschauer soll das wohl berühren (Dramatik wird deutlich gemacht, indem der Spock seine Mutter noch persönlich verlieren darf) und dann kann Uhura mit Minirock und tröste-den-Vulkanier-Kuß die Sache retten. 2 Minuten nach dem Abgang Vulcans wird ein bißchen gefoltert und Kirk von Spock von der Enterprise gefeuert und mittels einer Rettungskapsel auf einem Planeten voller Monster entsorgt. Die fressen sich dann irgendwie gegenseitig bei der Kirkjagd (Kirk kletterte mittlerweile einen Abgrund hinauf und fiel einen hinunter – Die Bilanz Kirk vs. Abhang also 3:1) und – hey, da ist ja Spock. Also der echte, Leonard Nimoy. Der verjagt so ein bißchen Obi-Wan mäßig das Monster und macht erst dann sein Gesicht sichtbar und erklärt die Hintergründe.

Hä?

Also, es geht hier darum, daß Spock versucht hat Romulus zu retten und gescheitert ist. Durch das Schwarze Loch sind er und Nero in der Zeit zurückgereist und Nero hat grad Vulcan zerstört um Spock seine Trauer nachempfinden zu lassen. Hä? Warum denn? Damit Spock in der Zukunft nicht mehr da ist um zu versuchen Romulus zu retten?

Naja, jedenfalls ist eines auch noch deutlich: Die Romulaner weichen optisch mal einfach komplett von den Star Trek Romulanern ab, sind tätowierte Glatzköpfe aus einem NPD-Werbespot, aber das nur so am Rande.

Auf dem Eisplaneten wohnt auch Scotty. Ein transwarpbeamender Spaßvogel. Irgendwie beamt der Kirk und sich zum anderen Spock, also sich erst einmal in ein zum Glück menschengroßes Wasserrutschensystem mit dem die Schiffe der Föderation neuerdings ausgestattet sind. Kirk macht den jungen Spock wütend (Der alte hat irgendeine „Bestimmung“ und ist deswegen im Eis geblieben  – Hä?) und wird deswegen Captain. Ein bis dato straffällig gewordener Kadett. Hmja.

Nun muß die Erde gerettet werden. Uhura hat wohl echt was mit Spock anscheinend, jedenfalls gibt’s da so ne Art Liebesszene im Transporterraum, was Kirk eifersüchtig macht. Oh Gott. Sie beamen (wahrscheinlich versehentlich) in eine Romulanermenge. Gut, seit fast 10 Minuten ist nichts mehr explodiert. Amerikanisch gehen beide heldenhaft durch den Feind. Nachdem es kein Problem ist mal die doofe Frage: Warum ist eigentlich weder Vulcan noch die Erde ein von Raumschiffen besuchter Planet? Ist die Enterprise das letzte und einzige Raumschiff der „irgendwo beschäftigten“ Raumflotte?

Naja, Spock rast jetzt mit dem „schnellsten Raumschiff aller Zeiten“ los und zerstört den Bohrer bevor er abhaut. Kurz drauf hängt Kirk mal wieder an einem Abgrund. Nebenbei schreit der Kampf über dem Abgrund sehr nach Star Wars – und die Lösung des Ganzen, ein kleines Schiff prallt gegen das große was es ausschaltet irgendwie auch. Arvel Crynyd lässt grüßen. Kirk beweist nun, daß das Niedermähen von Feinden eine gute Idee ist und gleich darauf rettet sich die Enterprise indem sie mit einer Reihe von Warpkernen ein Schwarzes Loch in die Luft jagt. Warum damit nicht einfach das Feindschiff sprengen, so ca. eine Stunde vorher?

Leute, der Film ist schlecht und eine Katastrophe. Aber vor allem ist er ein Alarmsignal. Warum? Das verrate ich vielleicht in der nächsten Ausgabe.

Endbilanz:

  • Kirk hängt geschlagene fünf mal an einem Abgrund
  • Kirk besteigt eine Grüne Außerirdische und guckt Uhura zweimal unter den Rock
  • Kirk wird dreimal verprügelt und gewinnt am Ende immer durch Vater Zufall
  • ich habe 21 Szenen entdeckt – beim ersten Mal ansehen – die direkt oder indirekt platter Diebstahl an Konkurrenzprodukten sind, am häufigsten Star Wars, Wing Commander und Starship Troopers, aber als Vorbild müssen eine Menge Sachen herhalten – sogar Star Trek, könnte man sagen.
  • Phaser sind neuerdings Leuchtspurgeschosse abfeuernde Kanonentürme
  • JJ Abrams Kameramann war die meiste Zeit besoffen oder wie erklärt sich die Augenschmerzende Hektik der Kamera?
  • Wenn Star Trek draufsteht und was anderes drin ist liebt es das Publikum und vor allem Hollywood.
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6 Gedanken zu „Eine kleine Mitschrift

  1. einfach nur scheißee. du willst den film runtermachen un so und das ist nichma witzig. schau halt den scheis 2001 wenns dir passt. aba lass uns inruh damit

    • Sind sie nicht, müssen nur freigeschaltet werden. Vermutlich hast Du nicht genau draufgeguckt. Du brauchst erst meine Freischaltung, bevor Dein Kommentar hier öffentlich erscheint. weitere Werke Deines Geschreibsels hab ich vorsichtshalber mal als Spam markiert. Bist Du über Facebook auf meine Seite gekommen?

  2. Pingback: Ich weiß nicht….. Star Trek? « Last Knight Nik

  3. Köstlich!
    🙂

    Ich beäuge ebenfalls misstrauisch die Beerdigung eines ehemals großartigen Franchises, das scifi zu einem Experimentiertisch für moralische, ethische und friedliche Ideen machte.
    Hier haben wir nur den oberflächlichen Actionteil, fast grotesk überzeichnet, der eigentlich eine weiterführende Botschaft beinhalten und transportieren sollte.

    Weltraumaction ja. Star Trek nein.
    Thema verfehlt, JJ

    Super Kritik

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